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Grenzen schaffen Bindung - Warum Klarheit in der Führung Sicherheit bedeutet

Gastbeitrag von Carolina Coca Ortmanns


Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen digitalen Kinderschutz und verantwortungsbewusster Führung. In beiden Feldern stellt sich am Ende dieselbe Kernfrage:

Wie nutzen Menschen ihren Einfluss so, dass andere sicher wachsen können?


Ob im pädagogischen Kontext oder im Unternehmen:

Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Klarheit.


Und genau deshalb möchte ich über ein Thema sprechen, das in der Führung oft

unterschätzt wird: Grenzen.



Warum Grenzen Bindung ermöglichen


Viele verbinden Grenzen noch immer Einschränkung, Härte oder Macht. Doch in der Praxis, ganz gleich, ob bei Kindern oder Erwachsenen, erfüllen Grenzen eine

viel grundlegendere Funktion: Grenzen strukturieren Macht.


Bei Kindern geben Grenzen Orientierung, bei Mitarbeitenden geben Grenzen Stabilität.

Sicherheit ist der Nährboden jeder Beziehung, privat, pädagogisch und beruflich.


Was Kinderschutz mit Führung verbindet:

Im Kinderschutz arbeiten wir mit zwei konstanten Fragen:


  1. Was braucht ein Mensch, um sich sicher zu fühlen?

  2. Wie gestaltet die verantwortliche Person ihrem Einfluss so, dass er schützt und

stärkt?


Diese Logik gilt eins zu eins für Führung. Führung ist nicht die Verwaltung von Aufgaben. Führung ist die Gestaltung eines Einflusses, der Teams arbeitsfähig, stabil und mutig hält.


Deshalb sind Grenzen kein „Notfallinstrument“ , sondern eine Voraussetzung für

psychologische Sicherheit und damit für Leistungsfähigkeit.



Warum Grenzen Bindung statt Distanz erzeugen


Bindung entsteht nicht aus der Nähe, Nettigkeit oder Harmonie. Bindung entsteht durch Verlässlichkeit. Und Verlässlichkeit entsteht aus drei Prinzipien, die im Kinderschutz besonders sichtbar sind:


1. Verlässlichkeit

Menschen fühlen sich sicher, wenn Verhalten konsequent ist, nicht launisch

oder unklar.


2. Orientierung

Nur wer weiß, was möglich ist, kann sicher handeln.


3. Begrenzung

Überforderung entsteht durch zu viel Freiheit ohne Struktur, bei Kindern wie bei Teams.


Je klarer der Rahmen, desto stabiler die Beziehung. Unabhängig vom Alter.


Wo Grenzen in der Führung scheitern


Mir sind immer dieselben Muster begegnet:


  1. Grenzen werden zu spät gesetzt:

Dann wirken sie hart, obwohl sie nur überfällig sind.


  1. Grenzen werden diffus formuliert.

„Vielleicht wäre es gut, wenn“ Ist keine Grenze. Es ist ein Wunsch.


  1. Grenzen werden nicht gehalten

Das zerstört Glaubwürdigkeit schneller als jeder Fehler. Jede aufgehobene

Grenze sendet dieselbe Botschaft:

„Du kannst dich auf meine Führung nicht verlassen.“



Gute Führung kann folgende Aspekte konkret aus dem Kinderschutz lernen und damit Führung sicherer machen.


a) Klarheit vor Sympathie

Nicht alles muss gefallen, aber alles muss klar sein.


b) Grenzen transparent begründen

„Ich treffe diese Entscheidung, um Struktur herzustellen, nicht um einzugreifen. “

Diese Transparenz reduziert Widerstand und stärkt Vertrauen.


c) Konsistenz vor Härte

Konsequenz schafft Bindung, nicht Strenge.


Fazit

Grenzen beschneiden keine Freiheit. Sie schaffen sie. Erst wenn klar ist, wo der Rahmen verläuft, kann ein Mensch sicher arbeiten, Verantwortung übernehmen und mutig handeln.


Wenn Führung Grenzen nicht als Kontrolle versteht, sondern als Fürsorge, entsteht ein Raum, in dem Teams wachsen, stabil, selbstbewusst und loyal.


Als Gründerin von „Mein Kinderschutz“ zeigt Carolina Coca Ortmanns, warum Prinzipien wie klare Grenzen, Verantwortungsstruktur und Schutzräume nicht nur Kinder stärken, sondern auch Führungsteams.


Alle relevanten Daten findest du im QR Code.




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