Der unsichtbare psychologische Arbeitsvertrag - wie du seine unsichtbaren Bedingungen erkennst
- 19. März
- 2 Min. Lesezeit
Vertragsbrüche können dich teuer zu stehen kommen – und das gilt auch für die Verträge, die du nicht siehst.

In deinem Unternehmen gibt es neben dem schriftlichen Arbeitsvertrag noch einen anderen, ebenso wichtigen Vertrag: den psychologischen Vertrag.
Dieser ist kein schriftlich festgelegter Vertrag, sondern ein psychologisches Konstrukt, das auf den wechselseitigen Erwartungen basiert, die deine Mitarbeitenden an dein Unternehmen oder an dich als Führungskraft haben – Erwartungen, die im Arbeitsvertrag nicht festgelegt sind.
Dieser psychologische Vertrag wird in jedem Arbeitsverhältnis geschlossen – unsichtbar und unbewusst von beiden Seiten.
Jede Beziehung, auch eine Arbeitsbeziehung, ist immer mit Erwartungen verbunden. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, führt das zu einem negativen Commitment und kann letztendlich zu verminderter Arbeitszufriedenheit, kontraproduktivem Verhalten, erhöhter Fluktuation und sogar innerer Kündigung führen. Studien, wie die von Franke und Felfe (2008), belegen diese Zusammenhänge eindrucksvoll.
Doch wie kannst du einen unsichtbaren Vertrag überprüfen? Wie machst du die Erwartungen deiner Mitarbeitenden sichtbar? Der Schlüssel liegt in der Kommunikation.

Direkte und offene Kommunikation
ist der effektivste Weg, um die Erwartungen deiner Mitarbeitenden zu erkennen und zu erfüllen. Wenn deine Führungsbeziehung gut ist, kannst du diese Erwartungen im direkten Dialog klären. Ein offenes Gespräch kann viel bewirken: Es zeigt deinen Mitarbeitenden, dass du ihre Erwartungen ernst nimmst und bereit bist, darauf einzugehen. Dies schafft Vertrauen und stärkt das Engagement.
Wenn deine Führungsbeziehung noch ausbaufähig ist, können strukturierte Methoden wie Umfragen oder Feedback-Tools hilfreich sein. Diese Instrumente bieten deinen Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Erwartungen anonym und ehrlich zu äußern. Auf diese Weise erhältst du wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse und Wünsche deiner Mitarbeitenden, die dir helfen, den psychologischen Vertrag zu erfüllen.
Indem du die Erwartungen deiner Mitarbeitenden ernst nimmst und darauf eingehst, schaffst du eine Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung. Dies führt nicht nur zu höherer Arbeitszufriedenheit, sondern auch zu einem stärkeren Engagement und einer geringeren Fluktuation. Deine Mitarbeitenden werden motivierter und produktiver sein, weil sie sich gesehen und wertgeschätzt fühlen.
Indem du dir der Bedeutung des psychologischen Vertrags bewusst wirst und aktiv daran arbeitest, ihn zu erfüllen, legst du den Grundstein für eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur.
Deine Mitarbeitenden werden es dir danken, und du wirst die positiven Effekte im gesamten Unternehmen spüren.
Denn letztendlich sind es die Menschen, die den Erfolg deines Unternehmens ausmachen – und ein erfüllter psychologischer Vertrag ist der Schlüssel dazu.



